Kapitel 1


Mycroft,

Du weißt für John bin ich tot, ich bin tot weil Du versagt hast. Deswegen schuldest Du mir etwas, einen Gefallen.

Kümmere Dich um John, auch wenn er Dich hasst für Deinen Verrat.

Du weißt, ich habe Geld.

Ich habe eine Praxis für ihn gefunden, sieh zu das er sie sich leisten kann, sie liegt in der Nähe von Highgate Hill.

Ich verlasse mich auf Dich,

Sherlock


John Watson

Es war ein Jahr nach dem Tod von Sherlock Holmes, es war exakt sein Todestag. John Watson stand am Grab seines Freundes schaute auf den Grabstein und fragte sich wieder ein mal wie er ohne ihn weitermachen sollte.

In Gedanken versunken stand er dort und schrak aus diesen auf als er Schritte hinter sich hörte und das klacken eines Regenschirms.

„Ich dachte mir das ich Sie hier finde, Dr Watson.“

John salutierte vor dem Grab und drehte sich langsam um. „Ein bisschen früh diesen Monat Mr Holmes. Ich weiß Sherlock hat Ihnen gesagt sie sollen sich um mich kümmern aber ich könnte auch darauf verzichten. Ich habe meine Praxis mit einer Wohnung ich bin gut beschäftigt ich brauche deswegen auch Ihr Geld nicht.“

„Dr Watson, ich habe Ihnen schon oft gesagt das es mir leid tut und ich möchte Ihnen doch nur helfen. Was wollen Sie das ich tue?“

Täuschte John sich oder hörte er da ein klein wenig Verzweiflung aus der Stimme. Er klang nicht so selbstsicher wie er es sonst tat bei ihren Monatlichen erzwungenen Treffen.

Trotzdem sagte er: „Sterben wäre für den Anfang nicht schlecht.“ Und ging einfach an Holmes vorbei ohne ihn auch nur anzuschauen.

Mycroft Holmes blieb noch eine Weile stehen er konnte oder wollte sich nicht bewegen. Als er dann ging flüsterte er: „Sorry kleiner Bruder, …..“

Am Auto angekommen bedeutete er dem Fahrer dass er ihn in das Büro fahren sollte und als er es sich in seinem Sitz bequem machte murmelte er: „Sie brauchen eine besondere Behandlung Dr Watson.“

John lief grummelnd über den Friedhof, warum konnte er ihn nicht in Ruhe lassen, was konnte der Eismann schon für einen Trost spenden, der Mann der Sherlock ausgeliefert hatte an Moriaty. Sicher wenn Sherlock ihm gesagt hatte er solle auf ihn, John achtgeben dann konnte er das nicht einfach lassen. Wer konnte Sherlock schon eine Bitte abschlagen. Aber etwas diskreter wäre doch schon möglich hatte ja früher auch funktioniert. Und überhaupt es nervte einfach.

Auf der anderen Seite musste er sich eingestehen das er sich immer auf diese monatlichen Treffen freute, am Anfang hatte er ihn wirklich verabscheut aber er war auch immer eine Abwechslung gewesen in den Tagen in denen er nur trauen konnte. Wut war wenigstens eine andere Empfindung als Trauer und es riss ihn immer wieder aus seiner Lethargie. Dann hatte er diese nette Arztpraxis von einem Hausarzt übernommen, Mortimer mit Namen, der selber in Rente gehen wollte. Der alte Herr sprang ein, wann immer John verhindert war, sie hatten ein gutes Arrangement getroffen. Außerdem wohnte er nicht weit weg und sein Humor war John immer willkommen.

Hätte er geahnt das dieser ältere Herr erst ein halbes Jahr dort praktizierte hätte er sich wohl so seine Gedanken gemacht.

© Katja Maibauer 2014