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Die Kläranlage

 

Was macht eigentlich eine Kläranlage?


Zu aller erst einmal ein paar grundsätzliche, grobe Erklärungen zum Thema Kläranlage.


Der Abwasserreinigungsprozess unterteilt sich in zwei Stufen und zwar

die mechanische Reinigung und die

die biologische Reinigung.



Zur mechanischen Reinigungsstufe gehören

Der Rechen, zum entfernen von allen Grobstoffen wie Klopapier und ähnlichem.

Der Sandfang, zum entfernen von Sand und Fett aus dem Abwasser.

Die Vorklärung, dort setzt sich schon mal Schlamm ab der dann auf den Faulturm zum ausfaulen gepumpt wird.


Zur Biologischen Reinigungsstufe gehören

Die Nitrifikation, in dieser Phase wird Ammonium mit Hilfe der Bakterien und Sauerstoffzugabe mittels Belüftung, zuerst in Nitrit und dann in Nitrat umgewandelt

Die Denitifikation, hier wird das entstandene Nitrat, indem den Bakterien der Sauerstoff entzogen wird, in Sauerstoff (den die Bakterien veratmen) und Stickstoff (der in die Atmosphäre ausgast) aufgespaltet.


Zu aller letzt lässt man den Schlamm absetzen und das klare Wasser wird gereinigt in den Stadtbach abgegeben.


Der Schlamm der sich durch das Nachwachsen von Bakterien und Mikroorganismen in der Biologie bildet wird regelmäßig aus derselben abgezogen und dann mechanisch eingedickt. Danach kommt er in den Faulturm, dort bleibt er zwischen 20 und 30 Tagen bei 35 °C. In dieser Zeit fault er aus dabei entsteht Methangas und die Masse des Schlamms verringert sich.


Da nun die Kläranlage Heppenheim nicht nach einem konventionellen Konzept gebaut wurde sondern es sich hier um ein SBR- Verfahren handelt finden alle Stufen der Biologischen Reinigung und das trennen von Klarwasser und Schlamm in einem Becken statt.

SBR steht als Abkürzung für Sequencing-Batch-Reaktor. Das bedeutet das dass Abwasser in der Kläranlage nicht kontinuierlich sonder sequentiell abgearbeitet wird. Die Kläranlage hat vier Reaktoren, der Zyklus eines Reaktors dauert 6 Stunden und dann beginnt er wieder von vorne. Das bedeutet nun wiederum, alle 1,5 Stunden beginnt der Zyklus von vorne.


Die Aufgabe der Mitarbeiter besteht nun darin Verschiedene Parameter zu ermitteln zum einen weil es gilt die Ablaufwerte im Auslaufwasser einzuhalten, zum anderen braucht man diese Parameter um herauszufinden wie gut oder schlecht es der Kläranlage geht. Das hat dann ein wenig was von Sherlock Holmes denn die Veränderungen der ermittelten Werte kann auf verschiedene Ursachen des Unwohlseins der Kläranlage hinweisen. Dieses Unwohlsein kann allerdings auch eine Menge Ursachen haben die nicht alle auf den ersten Blick zu erkennen sind. Von Unerlaubtem einleiten gefährlicher oder für die Kläranlage unbekömmliche Stoffe, es ist und bleibt halt biologisch, bis zu Temperaturschwankungen, verursacht durch das Wetter ist alles möglich. Da müssen dann auch alle Möglichkeiten in Betracht gezogen werden, um eine richtige Entscheidung zu treffen.

Das Beobachten von Kleinigkeiten kann dabei ausgesprochen Wichtig sein da schon kleine Veränderungen einen Hinweis auf zukünftige oder anstehend Probleme geben können.


Aber nicht nur nach der Biologie muss geschaut werden. Auch die Maschinen wie der Rechen oder Pumpen sind wichtig und müssen regelmäßig gewartet werden. Die Herausforderung auf der Kläranlage beginnt dann wenn eine dieser Komponenten nicht funktioniert, dann wird volle Einsatzbereitschaft von allen Mitarbeitern verlangt. Schließlich kann man nicht einfach das Zulaufpumpwerk abschalten und kein Abwasser aus der Stadt mehr annehmen, dass hätte nämlich volle Keller zur Folge. Also muss man die Anlage am laufen halten egal wie und was es kostet.

In der Regel hat man Ersatzmaschinen zur Verfügung die einem in solchen Situationen helfen, z.B. Ersatzpumpen, die zum Teil sogar automatisch einspringen.


Dies war ein kurzer Einblick der noch lange nicht alle Dinge beschreibt die es auf einer Kläranlage zu sehen gibt.

Mittwoch, 18. Mai 2011

 
 
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